Mittwoch, 4. April 2018

„Ich arbeite in einem Irrenhaus“ von Martin Wehrle

Sitzen sie fest, in einem Irrenhaus?


Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einer Firma. Es regiert das blanke Chaos, Mitarbeiter werden behandelt wie Sklaven und von Produktivität fehlt jede Spur.
Dieses Szenario wird in diesem Buch analysiert. Die Gründe, die Ursachen, Fluchtmöglichkeiten und Tipps, woran man ein Irrenhaus entlarven kann, bevor man in seine Fänge gerät.

Der Schreibstil ist nicht der einfachste, das Thema aber selbst verständlich auch nicht. Somit passt das ja wieder. Das Buch ist auf jeden Fall authentisch, man merkt, dass auch viel Humor versucht wurde einzupacken.
Ich muss aber sagen, dass mich der Humor alles andere als gepackt hat. Klar wurde manches Kapitel auch für mich lustig, trotzdem konnte das Buch seine Message nicht zu mir transportieren. Bis jetzt weiß ich nicht, was dieses Buch für einen Sinn haben soll. Ich kann mir schwer vorstellen, dass viele Firmen wirklich ein derartiger Chaoshaufen ist wie in diesem Buch. Diese Firma würde doch niemals lange bestehen im aktuellen Zeitraum.

Ich habe aufgrund des Klappenstextes und des Covers etwas anderes erwartet, als ich bekommen habe. Positiv überrascht bin ich daher leider nicht, sondern eher in die Gegenrichtung, negativ überrascht. Ich kann diesem Werk leider nur 2,5 von 5 Sternen geben.

Mittwoch, 21. März 2018

„Kranichland“ von Anja Baumheier

Wenn die Liebe Grenzen überdauert

Damals:

Johannes ist 8 Jahre alt. Er lebt mit seiner Mutter in Rostock. Diese ist jedoch vom Alkohol und Depressionen gefangen. Verzweifelt versucht er an seinem Geburtstag sie aus dem Bett zu bekommen. Doch nichts lässt sich erzwingen, nach einer Weile zieht er enttäuscht ab. Als seine Nachbarin vorbeikommt kann ihm nichts behalten und er erzählt ihr die Situation. Seither lebt er im Nachbarhaus. An Weihnachten zieht er nach langer Zeit von nebenan mal wieder nicht im Zimmer seiner Mutter. Voller Freude rennt er im Schlafanzug und ohne Socken durch den Schnee. Doch als er trüb ankommt kann er sie nicht finden. Er hört jedoch auf dem Dachboden ein poltern. Er möchte nachsehen, doch die sonst nie verschlossene Tür ist verschlossen.

Elisabeth erlebt die schlimmen Tage des Krieges gemeinsam mit ihrer Mutter im Keller. Ihr Vater wurde verhaftet und abgeholt. Wie durch ein Wunder überlebt die beiden schlimme Bombenabwürfe. Nach Beendigung des Krieges beginnt sie in einem Auffanglager für Flüchtlinge zu arbeiten. Hier lernt sie Johannes kennen …

Heute:

Theresa erhält einen geheimnisvollen Brief von einem Anwalt, sie solle sich in seine Kanzlei begeben und das Erbe von Marlene antreten. Marlene ist ihre totgeglaubte Schwester. Bei einem Bootsunfall ist sie schon Jahre zuvor ums Leben gekommen. Oder war das alles nur Lüge? Gibt es da etwas in der Vergangenheit, was sie nicht weiß?

Der Schreibstil in diesem Buch ist locker und leicht. Man kommt wunderbar durch die Geschichte ist sehr lebendig. Es macht wirklich Spaß dieses Buch zu lesen und die Geschichte ist für mich mit allen ihren verschlungenen Ästen eine Ganzheit und gefällt mir sehr gut.
Wie an meiner Einleitung zu merken ist das Buch in 2 verschiedenen Zeiten geschrieben. Das macht das Buch abwechslungsreich und die Perspektiven vielfältig.
Das cover des Buches verspricht ganz genau diese Geschichte. Ich habe etwas in dieser Art erwartet und habe es bekommen. Das gefällt mir.

Da ich wirklich angetan und begeistert bin von diesem Buch vergebe ich die volle Punktzahl! 5 von 5 Sternen

Mittwoch, 14. März 2018

„Rattatatam, mein Herz“ von Franziska Seyboldt

Authentisch, unterhaltsam und informativ


Franziska Seyboldt ist Redakteurin der taz. Schon in der Kindheit fällt sie häufiger in Ohnmacht. Sie lebt mit der Angst. Später, als sie erkennt, dass sie Hilfe braucht wird bei ihr eine Angststörung diagnostiziert. In diesem Buch schreibt sie „Vom Leben mit der Angst“.

Dieses Buch ist von der Schreibweise wirklich super. Die komplexen Themen im Bezug auf die Angststörung (Therapietheorien und Therapieansätze) werden bildlich und für jeden verständlich dargestellt. Die Angst ist in diesem Buch keine abstrakte Eigenschaft ihrer Persönlichkeit, sie ist eine eigene, handelnde Person. Dies macht das ganze so anschaulich und gezielte Metaphern lockern das doch schwere und wichtige Thema auf.

Dieses Buch hat sie, wie sie schreibt zur Verarbeitung ihrer eigenen Situation geschrieben. Ich denke nicht nur dafür war es gut, es kann auch anderen Menschen mit Angststörungen Mut machen und zeigen, dass man sich damit nicht verstecken muss. Es ist eine Erkrankung wie jeder andere auch und offen und ehrlich mit der eigenen Umwelt umzugehen ist das einfachste und authentischste. Diese Message transportiert dieses Buch ganz klar und trotz des ernsten Themas ist dieses Buch nicht nur informativ, es ist auch unterhaltsam und teilweise auch lustig.
Für diese Klasse Leistung vergebe ich volle Punktzahl: 5 von 5 Sternen.