Montag, 21. Mai 2018

„Schwestern für einen Sommer“ von Cecilia Lyra

Der Plan einer Großmutter


Cassie und Julie sind Halbschwestern. Sehr lange herrschte Funkstille beiden, es gibt unüberwindbare Differenzen. Aufgrund des Todes ihrer Großmutter treffen sich beide bei einem Anwalt wieder um das Testament verlesen zu bekommen. Auf dem Weg in die Kanzlei ist niemandem der beiden klar, dass dieses Testament, so banal es auch klingen mag ein Einschnitt in ihrer beider Leben sein wird.

Der Schreibstil in diesem Buch ist angenehm zu lesen und man kommt eigentlich auch ganz gut in die Geschichte hinein. Ich persönlich hatte Probleme (durchgängig bis zum Ende) beide Schwestern auseinanderzuhalten. Die Geschichte wird abwechselnd in der ich-Perspektive erzählt. Eigentlich habe ich mit verschiedenen Perspektiven keine Probleme aber bei diesem Buch war es wirklich eine Herausforderung für mich. Emotional muss ich aber sagen, dass ich durchgängig zu den einzelnen, wirklich unterschiedlichen Charakteren emotionale Empfindungen spürte (bei ihrem Vater zum Beispiel spürte ich Hass).

Es gab aber in diesem Buch aufstellen, die sich wirklich wie ein Kaugummi vermisst gezogen haben. Ich musste zeitweise wirklich das Buch aus der Hand legen und mich dann auch wieder zwingend weiterzulesen weil es zwischendurch wirklich durchgängige, träge Stellen gab.

Aufgrund dieser Pro und contra Argumentation kann ich sagen, dass ich dieses Buch mit 3 von 5 Sternen bewerten würde.

Mittwoch, 25. April 2018

„Das wollte ich Ihnen schon immer mal sagen“ von Joachim Llambi

Konstruktive Kritik

Joachim Llambi ist einer von Deutschlands meist bekannten Kritikern und Juroren. Mit seinen fachkundigen und meist sehr kritischen Urteilen in der RTL Show „Let's Dance“ bewertet er regelmäßig die Auftritte verschiedener Promitänzer und deren Tanzpartner.
Jede Karriere fängt an einem bestimmten Punkt an. Im Falle von Joachim Llambi liegt dieser Punkt wohl bei seiner Leidenschaft fürs Tanzen. Nachdem er seine aktive Tänzerkarriere an den Nagel gehängt hat macht er sich seither als Juror verschiedenster Turniere und der oben genannten RTL Show einen Namen. Doch auch an der Börse ist Joachim Llambi sehr aktiv. Im oben genannten Buch berichtet er über seine Erfahrungen, seine persönlichen Fehler und erläutert gewisse Fehltritte seiner Etiketten bei Let's Dance.

Der Schreibstil in diesem Buch ist nicht einfach. Trotzalledem sehr authentisch, denn Joachim Llambi verwendet diesen Sprachstil auch in seinen Kritiken. Er ist nicht ein Mensch der einfachen Sprache, er ist der seriöse Typ. Da dieser Schreibstil nicht gerade durchzogen war von unterhaltsamen Anekdoten o. ä., was das Buch ungemein interessant gemacht hätte brauchte ich leider beim Lesen auch sehr lange und habe das Buch zwischenzeitlich auch für einige Tage zur Seite gelegt, da es mir schwer gefallen ist beim Lesen „abzuschalten“.
Was mich auch sehr gestört hat ist, dass das ganze Buch meiner Meinung nach bedingt lediglich der Erklärung gewisser Formulierungen in seinen Urteilen, sondern der persönlichen Rechtfertigung für seine Art und seine Taten dient. Ich hatte beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass er zwar überzeugt ist, davon was er schreibt, jedoch dies nicht zur Erklärung einzelner Fälle sondern auch zur Erklärung zukünftiger Vorfälle von vergriffener Formulierung in Wertungsurteilen dienen sollte. Ich mag keine ewig langen Rechtfertigungen gewissen Sachen, er selbst schreibt, dass man zu seinen Aktionen und Formulierungen stehen sollte. Ich bin der Meinung gerade durch dieses Buch rechtfertigt er sich und eine Rechtfertigung bedeutet für mich nicht, dass er zu seiner Aussage steht.

Ich habe etwas ganz anderes erwartet, als das was ich bekommen habe. Eigentlich ist dies ein positiver Punkt, doch ich hatte an dieses Buch sehr hohe Erwartungen, ich habe mich vorher darauf gefreut, die Person Joachim Llambi besser kennen und verstehen zu lernen. Leider bin ich jetzt alles andere als davon überzeugt, dass er seine Kritiken gut über denkt, bevor er sie ausspricht.
Ihr seht, ich bin leider alles andere als begeistert von diesem Buch und vergebe daher für den Gesamteindruck 2 von 5 Sternen.

Mittwoch, 4. April 2018

„Ich arbeite in einem Irrenhaus“ von Martin Wehrle

Sitzen sie fest, in einem Irrenhaus?


Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einer Firma. Es regiert das blanke Chaos, Mitarbeiter werden behandelt wie Sklaven und von Produktivität fehlt jede Spur.
Dieses Szenario wird in diesem Buch analysiert. Die Gründe, die Ursachen, Fluchtmöglichkeiten und Tipps, woran man ein Irrenhaus entlarven kann, bevor man in seine Fänge gerät.

Der Schreibstil ist nicht der einfachste, das Thema aber selbst verständlich auch nicht. Somit passt das ja wieder. Das Buch ist auf jeden Fall authentisch, man merkt, dass auch viel Humor versucht wurde einzupacken.
Ich muss aber sagen, dass mich der Humor alles andere als gepackt hat. Klar wurde manches Kapitel auch für mich lustig, trotzdem konnte das Buch seine Message nicht zu mir transportieren. Bis jetzt weiß ich nicht, was dieses Buch für einen Sinn haben soll. Ich kann mir schwer vorstellen, dass viele Firmen wirklich ein derartiger Chaoshaufen ist wie in diesem Buch. Diese Firma würde doch niemals lange bestehen im aktuellen Zeitraum.

Ich habe aufgrund des Klappenstextes und des Covers etwas anderes erwartet, als ich bekommen habe. Positiv überrascht bin ich daher leider nicht, sondern eher in die Gegenrichtung, negativ überrascht. Ich kann diesem Werk leider nur 2,5 von 5 Sternen geben.